Nach der erfolgreichen Erstellung der Erdwärmesonden beim ersten Gebäude wurde die gesamte Bohranlage in den Hinterhof auf die vom Landschaftsgärtner vorbereitete Nachbarparzelle verlegt. Basierend auf den Erkenntnissen der vorangegangenen zwei Wochen entschied man sich, statt zwei Bohrungen mit je 170 Metern lediglich eine einzelne Bohrung mit 300 Metern Tiefe auszuführen.
Im Unterschied zum ersten Gebäude waren die Wohnungen hier bewohnt. Daher erfolgte die Evakuierung des Bohrschlamms über die Erdgeschosswohnung des ersten Hauses hinweg auf die gegenüberliegende Gebäudeseite, wo sich die Absetzbecken befanden. Als Bohrverfahren kam eine Spülrotationsbohrung mit dem Spülmedium Druckluft zum Einsatz. Aufgrund der engen Platzverhältnisse im Garten war eine konventionelle Ton-Spülbohrung nicht umsetzbar. Insbesondere hätte sich die Handhabung des Bohrschlamms bei diesem Verfahren nicht über die Wohnung realisieren lassen.
Nach Abschluss der Bohrarbeiten musste die Anlage wieder aus dem Hinterhof gehoben werden, wofür die Rainmattstrasse erneut vollständig gesperrt wurde. Eindrucksvoll hob ein Autokran das rund 16 Tonnen schwere Bohrgerät über die Dächer Berns. Damit der Ausleger und das Gegengewicht des mobilen Teleskopkrans genügend Bewegungsraum hatten, wurden die angrenzenden Eichen durch einen von Stadtgrün zertifizierten Förster fachgerecht zurückgeschnitten.
Mit grosser Anspannung startete schliesslich die letzte Phase: In welcher Tiefe würde diesmal die Felsoberkante erreicht werden? Im Vergleich zur ersten Bohrung – rund 25 Meter südwestlich gelegen – wurde der Fels diesmal bereits bei 148 Metern unter Terrain angetroffen, also 16 Meter früher. Die Erleichterung und Freude bei allen Beteiligten waren entsprechend gross.
Nach vier intensiven und anspruchsvollen Wochen konnten sowohl die Anwohnerinnen und Anwohner der idyllischen Rainmattstrasse als auch das gesamte Projektteam aufatmen. Die Erdwärmesonden waren erfolgreich installiert, und die Reihenhäuser konnten fortan umweltfreundlich beheizt werden.